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Kein Sitzenbleiben – keine Noten

Angst ist ein schlechter Helfer der Erziehung und des Lernens. Die Drohung, wegen ungenügender Leistungen nicht versetzt zu werden, mag einmal einen kurzfristigen Ansporn geben, eine nachhaltige Motivation dürfte sie nur sehr selten bewirken. Wenn wir unsere Schulabgänger bitten, im Rückblick ihre Schulzeit zu beurteilen, steht die über 12 Jahre hin gewahrte Klassengemeinschaft meist ganz oben bei den positiv bewerteten Erfahrungen.

Der Schulverein

Mit der Unterzeichnung des Krippen- Kindergarten- oder Schulvertrages werden die Eltern Mitglieder unseres Schulvereins.
Die Form des Vereins bietet sich für die Träger freier Bildungseinrichtungen u.a. deshalb an, weil das deutsche Vereinsrecht nur wenige Vorgaben macht und so einen breiten Spielraum für die Gestaltung der Selbstverwaltung lässt. Dass die Eltern ebenso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitglieder des Schulvereins sind, bringt zum Ausdruck, dass sie nicht nur als „Kunden“ eine Bildungsdienstleistung in Anspruch nehmen, sondern als „Mitunternehmer“ das Leben des Schulvereins wesentlich mittragen und mitgestalten.

Kollegiale Selbstverwaltung

Mit den aus dem Vereinsrecht gegebenen Organen der Selbstverwaltung stehen die Organe der kollegialen Selbstverwaltung in einer engen Zusammenarbeit.
Obwohl z.B. für die Aufgaben der Prüfungsorganisation und der Lehrergenehmigung gegenüber dem Schulamt und dem Regierungspräsidium einzelne Kolleginnen und Kollegen als Repräsentanten der Schulleitung benannt sind, gibt es an unserer Schule wie auch an anderen Waldorfschulen kein Rektorat.

Das wichtigste Initiativ- und Entscheidungsgremium in pädagogischen Fragen und Personalfragen ist die „Schulführungskonferenz“. Sie ist in der Regel mit 10-12 Kolleginnen und Kollegen besetzt, von denen viele über Jahre hin kontinuierlich mitarbeiten.

Schulrat

Zentrales Organ für den Austausch aller Gruppen und Gremien zu allen Belangen des schulischen Lebens ist der Schulrat. Einmal im Monat kommen in ihm Elternvertreter aus allen Gruppen der Kinderkrippe und des Kindergartens und allen Schulklassen mit Vertretern der Schulführungskonferenz, weiteren Vertretern des Kollegiums, der Geschäftsführung und Verwaltung, der Schülermitverantwortung und dem Vorstand zusammen. In allen Vorhaben die mit wesentlichen Änderungen der Pädagogik oder erheblichen zusätzlichen Belastungen des Schulhaushaltes zusammenhängen, ist der Schulrat nicht nur Forum des Austauschs und der Meinungsbildung, sondern kann auch gegenüber konkreten Anträgen zu solchen Vorhaben einen Zustimmungsvorbehalt geltend machen, was dann eine Überarbeitung des Vorhabens erforderlich macht.

Selbstverwaltung als Lebenselement und anhaltender Lernprozess der Schulgemeinschaft

Autonomie, das Recht, sich selbst zu verwalten, ist ein wesentliches Lebenselement der Waldorfschulen. Zwar sind im Hinblick auf das Prüfungswesen und die Lehrergenehmigung Vorgaben der staatlichen Kultusbürokratie zu berücksichtigen, aber in die Unterrichtsgestaltung und die Organisation des Schulbetriebs wird nicht hierarchisch hineinregiert. Dieser Gestaltungsfreiraum im Bildungswesen ist ein hohes Gut. Es wäre merkwürdig und würde dem Grundimpuls eines freien Geisteslebens widersprechen, wenn wir diesen Freiraum nach innen nun nicht mit der Ermöglichung selbstbestimmten Handelns und dessen Verwirklichung in Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Mitglieder der Schulgemeinschaft ausgestalten würden.

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